Ab in den Urlaub! Wie wäre es diesen Sommer zum Beispiel mit einem Ausflug in die viertgrößte italienische Stadt, nach Turin? Solltet Ihr Euch diese Reise nicht leisten können, dann empfehle ich alternativ die hier vorgestellte, deutlich kostengünstigere, Limited Collectors Edition von The Italian Job aus dem Hause Paramount Pictures. Der Film spielt in Turin und bietet viele der Sehenswürdigkeiten, vor allem im genialen Finale. Allerdings spreche (bzw. schreibe) ich nicht vom Mark Wahlberg / Charlize Theron / Jason Statham-Vehikel aus dem Jahr 2003, sondern vom britischen Originalfilm aus dem Jahr 1969, in dem Michael Caine die Hauptrolle übernahm. Hierzulande kaum bekannt, wurde das Heist-Movie in Großbritannien zum Kultfilm. Ob Charlie wohl auch heute noch beim Publikum abstauben kann?

Originaltitel: The Italian Job

Regie: Peter Collinson

Darsteller: Michael Caine, Noël Coward, Benny Hill, Raf Vallone, Maggie Blye

Artikel von Christian Jürs

Ich war einem Irrtum unterlegen. Denn als ich den Presserohling von Charlie staubt Millionen ab aus dem Briefumschlag nahm, war dieser lediglich mit dem Originaltitel bedruckt. Da ich bereits vergessen hatte, was ich da genau bestellt hatte, war ich mir sicher, dass es sich um die 2003´er Actiongranate mit Mark Wahlberg, Charlize Theron, Jason Statham, Edward Norton und Donald Sutherland handeln würde. Zu Ehren des Letztgenannten, der vor Kurzem leider von uns ging und somit seinen 89. Geburtstag knapp verpasste, legte ich den 4K-Rohling in den Player. Umgehend wurde mir bewusst: „Ach ja, Du hast ja den Originalfilm bestellt.“ – Was folgte, war eine Erstsichtung, von der ich Euch nun berichten werde.

Alles beginnt ganz entspannt. Ein Mann namens Beckerman (Rossano Brazzi) fährt mit Kippe im Mund und cooler Sonnenbrille auf der Nase in seinem roten Lamborghini Miura den Großen St. Bernhard entlang, während die Credits und der smoothe Sound von Quincy Jones´ On Days Like These zu hören ist. ein beeindruckender Beginn, der mit einem Paukenschlag, bzw. mit einer Explosion, endet. Denn die Fahrt durch einen längeren Tunnel endet für Beckerman mit einer, von der Mafia provozierten, Kollision mit einer Planierraupe.

Bereits hier wird deutlich, dass sich Original und Remake deutlich unterscheiden, denn während das Remake mit dem eigentlichen Coup beginnt und anschließend einen weiteren Rache-Raub einfädelt, der mit ordentlich Action garniert wurde, lässt sich das Original nach dem Crash zu Beginn ordentlich Zeit, um seine Handlung aufzubauen. Wir lernen nun Charlie (Michael Caine) kennen, einen gerissenen Gauner und Dieb, der gerade aus der Haft entlassen wird. Dass er nicht vorhat, fortan ein anständiges Leben zu genießen, wird bereits klar, als er sich bei seinem Gang aus dem Gefängnis mit den Worten „Auf Wiedersehen“ verabschiedet.

Charlie ist ein Lebemann, der seine Frau (Maggie Blye) gerne mal mit mehreren Prostituierten gleichzeitig hintergeht und fadenscheinige Ausreden benutzt: „Das war kein Betrügen, nur Gruppensex.“. Doch mit dem Lotterleben ist es schnell vorbei, als man ihm einen heiklen Auftrag erteilt. Goldbarren im Wert von vier Millionen Dollar soll er aus einem Geldtransport stehlen, der mitten durch Turin fährt. Um diese „Mission Impossible“ auszuführen, stellt er eine Bande von Profis zusammen. Darunter befinden sich sein ehemaliger Zellenkumpan Mr. Bridger (Noël Coward), der Computerexperte Professor Simon Peach (Benny Hill) und der Elektroniker Birkinshaw (Fred Emney).

Bis es schließlich zu besagtem Coup kommt, bei dem es die legendäre Verfolgungsjagd mit den Mini Coopern quer durch Turin gibt, vergeht ein ganzes Weilchen. Die Planung des Raubes steht hier im Mittelpunkt, kommt aber sehr salopp, komisch und kurzweilig daher. Hier erinnert The Italian Job: Charlie staubt Millionen ab an Oceans 11, sowohl an das Original als auch das Remake. Locker flockige Unterhaltung mit etwas Spannung und einer Menge Witz. Das Finale entschädigt den geduldig ausharrenden Actionfan mit einer furiosen Jagd durch die Rush Hour (der Stau wurde aus Kostengründen von den Filmemachern im laufenden Verkehr künstlich provoziert), Treppen hinab und Gebäudedächer hinauf, bis in die Berglandschaft. Einfach geil. Das Filmende kommt dann allerdings überraschend und schreit aus allen Poren „Fortsetzung“, die leider niemals realisiert wurde (ähnlich wie beim Remake, wo ein angekündigter Brazilian Job niemals kam).

Mir lag zur Rezension lediglich die 4K-Scheibe in Rohlingform vor. Diese verfügt über eine tolle Bildqualität und ordentlichen Ton (Deutsch, Italienisch und Japanisch in Dolby Digital 2.0 Mono / Englisch in Dolby TrueHD 5.1). Auf der Blu-ray sollen sich folgende Extras befinden: 2 Audiokommentare, die Featurettes Self Preservation Society: Die Produktion von Charlie staubt Millionen ab (86:36 Min) und „MINI“-Abenteuer (17:17 Min.), ein Musikvideo, entfernte Szenen und Trailer. Als Goodies liegen der Edition ein Poster, 6 Art-Cards, eine 4 seitige Reproduction der Production Notes, Aufkleberbogen und ein Goldbarren-Replika bei. Das FSK-Logo soll sich auf der Einschweißfolie befinden.

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